Öffentliche Auftraggeber treiben openBIM

Öffentliche Auftraggeber treiben openBIM

Dario Gaudart, Christoph Eichler, Dieter Hintenaus & Peter Kovacs

Öffentliche Auftraggeber tragen oft Verantwortung für Planen, Bauen UND Betreiben. In dieser Rolle haben sie ein ausgeprägtes Interesse daran, Daten aus diesen Prozessen langfristig verfügbar zu halten. Zudem ist die durchgängig (im gesamten Objektportfolio) gleiche Datenstruktur und Datenqualität von unabdingbarer Bedeutung, um Prozesse standardisieren und wirtschaftlich agieren zu können. Öffentliche Auftraggeber haben sich daher durchgängig für openBIM auf Grundlage der ISO 16739 entschieden. Nur so können Bauwerksinformationen langfristig lesbar, herstellerneutral und konform abgelegt werden.

Die BIA (Betreiber-Informations-Anforderung) und openBIM werden daher als maßgebliche Instrumente und Erfolgskriterien zur Umsetzung der Digitalisierungsstrategien der Stadt Wien und der Wiener Linien beschrieben. Neben konkreten Aussagen zur BIM-Einführung, dem Nutzen und den erforderlichen Maßnahmen wird in den Erfahrungsberichten auch auf die Definition der Datenanforderungen eingegangen.

Randbedingungen einer Methode (Eigene Darstellung, vgl.: BIM Leitfaden für Deutschland)

BIM als Methode zur optimierten Planung, Bau und Betrieb von Objekten bedeutet, dass BIM nicht nur eine Software oder ein Prozess ist. Zur Erreichung der gesetzten Ziele müssen eine Vielzahl von Systemen und Technologien eingesetzt werden und miteinander kraftschlüssig durch Prozesse, Richtlinien und Menschen verbunden werden. In all diesen Bereichen sind Maßnahmen zu setzen. MitarbeiterInnen müssen frühzeitig in diese Veränderungsprozesse eingebunden werden, neue Technologien haben sich in der Praxis zu bewähren und administrative Aufwände sollen reduziert werden. MitarbeiterInnen müssen sich auf Kernkompetenzen fokussieren können und die dafür notwendigen Tools zur Verfügung gestellt bekommen.

Ziel ist, dass digitale Modelle das reale Bau-werk vollständig beschreiben. Die Anforderungen des Betriebs können schon im Zuge der Planung einfließen und die Auswirkung auf den späteren Gebäudebetrieb simuliert werden.Digitale Systeme sind jedoch immer nur so effizient, wie die dahinter liegenden Daten strukturiert und gepflegt werden. Einheitliche Stammdaten ermöglichen z.B. eine qualitative Zustandsbewertung der Infrastruktur. Aufbauend darauf lässt sich die Zustandsentwicklung prognostizieren. Erst dadurch wird ein effizientes Asset-Management möglich.

Eine entscheidende Schlüsselrolle spielt daher die Definition der Informationsanforderungen im Rahmen der Betreiber-Informations-Anforderung (BIA). Die BIA definiert die auf Basis des Datenmanagements langfristig gestellten Anforderungen des Betreibers an die Datenstruktur und Detailtiefe. Es gilt hier die strategischen Anforderungen und Bedürfnisse für die Datenhaltung insbesondere auch im Sinne einer Aufwand-/Nutzenrechnung zu definieren.

Während die Auftraggeber-Informations-Anforderung (AIA) weitgehend etabliert ist, befindet sich die BIA noch in einem Stadium von Entwicklung und Erprobung. Allerdings wurden in der mittlerweile veröffentlichten ISO 19650-1 dahingehende normative Vorgaben definiert, die eine Verbreitung der BIA in der Praxis fördern.

Den vollständigen Artikel als druckfreundliches PDF finden Sie hier: