Gebäudeautomation mit BACnet

Digitaler Zwilling der Gebäudeautomation mit BACnet

Nutzen und Mehrwert für Bauherren, Betreiber und Nutzer?

Rupert Fritzenwallner

Gebäudeautomation mit BACnet wird heute als Voraussetzung für die Steuerung von Bauwerken in der Betriebsphase gesehen. Kon-krete Ziele, Nutzenaspekte und Mehrwerte für Nutzer, Betreiber und Immobilieneigentümer sind am Beginn des Bauprojekts zu definieren. Der Bauherr muss die Vorgaben an Energieeffizienz, Nutzungsflexibilität etc. und die dafür erforderlichen Informationen im interoperablen Format festlegen, die zur Umsetzung seiner Ziele benötigt werden.

Im Digitalisierungszeitalter sind die benötigten Informationen, die im BACnet-Jargon als Properties bezeichnet werden, zu definieren. Aufbauend auf dem Standard für Interoperabilität ist von den Bauherrenvorgaben über die Planung und das Engineering bis hin zum Betrieb ein medienbruchfreier Workflow festzulegen.

Kompetenzmatrix (c) Österreichisches Bundesheer

Kompetenzmatrix (oben) © Österreichisches Bundesheer, Prüftool (unten) © bernhard.ramroth@gmx.de

© cci-Verlag ISBN-Nr. 978-3-922-42066-8

Dass dies praktisch möglich ist, hat das Österreichische Bundesheer (ÖBH) mit dem Digitalen Zwilling der Gebäudeautomation mit BACnet bewiesen, der seit zwei Jahren in allen Projekten im BMLV verpflichtend umgesetzt wird.

Zusätzlich zur globalen Norm EN ISO 16484 wurden Vorgaben für die Gebäudeautomation, das Netzwerk und die Sicherheit definiert, eine Kompetenzmatrix „Bauherr-Planer-Integrator“ erstellt und ein Prüftool wurde entwickelt, damit dieser Prozess automatisiert evaluiert werden kann.

Grundlage sind Standardanlagen und Standardaggregate, d.h. nicht jede Pumpe und jeder Heizkreis sehen im ÖBH anders aus.

Welche Skaleneffekte daraus bei größeren Immobilienportfolios in der Planung, im Engineering, in der Visualisierung und insbesondere im Betrieb resultieren, zeigen die Erfahrungen im ÖBH.

Von einer klaren Kompetenzverteilung zwischen Bauherren, Planern, Integratoren und Betreibern profitieren alle Beteiligten.

Ziel ist es, den Digitalen Zwilling der Gebäudeautomation mit BACnet in die Ausgabe 13 der Standardisierten Leistungsbeschreibung Haustechnik (LB-HT) im Jahr 2021 aufzunehmen und damit diese Arbeiten für die gesamte Branche nutzbar zu machen.

Die Voraussetzung zur Umsetzung des Digitalen Zwillings der Gebäudeautomation mit BACnet kann im Buch des cci-Verlages nachgelesen werden.

Essentiell ist ein durchgängiger, IT-mäßig unterstützter, medienbruchfreier und transparenter Prozess für alle Projektbeteiligten sowie die Verfügbarkeit geeigneter IT-Tools.

Den vollständigen Artikel als druckfreundliches PDF finden Sie hier: