Die Wissenschaft im Dienste des Katastrophenschutzes

Christian Resch (Disaster Competence Network Austria)

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Donau

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Wissenschaft und Forschung spielen in der Bekämpfung der Corona Pandemie eine zentrale Rolle. Eine Hauptherausforderung für politische Entscheidungsträger, die sich mit dem durch Naturgefahren und Menschen verursachten Katastrophenrisikomanagement befassen, besteht darin, den Reichtum des vorhandenen Wissens auf allen Ebenen – lokal, national, europäisch und global – zu nutzen. Christian Resch ist Geschäftsführer des Disaster Competence Network Austria und spricht über die Rolle von Wissenschaft und Forschung im Umgang mit Katastrophenrisiken und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen.

Von Naturgefahren und vom Menschen verursachte Katastrophen stellen große Risiken für die Wirtschaft, die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürger_innen und der Gesellschaft dar. Die Bewältigung dieser Risiken beruht vorwiegend auf soliden evidenzbasierten Entscheidungen. Die COVID-19 Krise führt uns dieses Phänomen nahezu täglich vor Augen.

Christian Resch
Christian Resch, Disaster Competence Network Austria ©DCNA

Die Gewährleistung effizienter Maßnahmen zur Reduktion und Prävention von Katastrophenrisiken beruht auf einem soliden Verständnis und einer soliden Bewertung der Risiken. Maßnahmen zur Vorbereitung und Bewältigung von Katastrophenereignissen hängen stark von einer tragfähigen Wissens- und Evidenzbasis ab. Um die einzelnen Phasen im Katastrophenmanagement (Vermeidung, Vorsorge, Bewältigung, Wiederherstellung) zu verbessern, ist die Anwendung von Forschungsergebnissen und Nutzung relevanter Technologien erforderlich. Die damit verbundene Interaktion zwischen Wissenschaft, Forschung und den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist dabei von entscheidender Bedeutung.In Österreich sind die Aufgaben des Katastrophenmanagements überwiegend eine Angelegenheit der Bundesländer. Die rechtliche Basis bilden die Katastrophenhilfegesetze der Länder, die vor allem die Feststellung der Katastrophe und die behördliche Einsatzleitung in den Gemeinden, Bezirken und Ländern festlegen. Bei Krisen und Katastrophen besteht naturgemäß erhöhter Koordinationsbedarf, der in Österreich durch das Staatliche Krisen- und Katastrophenmanagement (SKKM) gewährleistet wird. Die Geschäftsstelle ist im Bundesministerium für Inneres (BMI) angesiedelt und ermöglicht eine effiziente Katastrophenhilfe im In- und Ausland, durch die Zusammenarbeit aller zuständigen Stellen des Bundes mit den Katastrophenschutzbehörden der Länder sowie den Hilfs- und Rettungsorganisationen.