Digitalisierung: neue Denkweise

Digitalisierung: Weniger ein Projekt als eine neue Denkweise.

Christopher Rothschedl

Die Digitalisierung bringt unzweifelhaft Nutzen für die Gesellschaft. Betriebswirtschaftlich jedenfalls und wenn Unternehmen sich vernetzen, auch volkswirtschaftlich. Digitalisierung beginnt oft mit Insellösungen, wirkt aber nur, wenn sich aus den Inseln Plattformen und Netzwerke entwickeln. Dazu braucht es Impulse und vor allem jene, die diese Impulse aufgreifen und umsetzen. Dann führt die Digitalisierung nicht zuletzt auch zu höherer Sicherheit, z.B. auf Baustellen. In weiterer Folge können kritische Prozesse mit Gefahren für Menschen zunehmend vermieden werden.

Die datenbasierte Analyse und Optimierung von Prozessen führt zu Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, vor allem auch zu einem sparsamen Einsatz von Stoffen und Humanressourcen. Das sind wesentliche Impulse für die Zukunft, die in vielfältiger Weise auszunützen sind. Wo Daten verfügbar sind, kann man punktgenau agieren. Wo Daten ausgetauscht werden, kann man übergreifende Wirkung schaffen, vorausgesetzt, es herrscht eine Vertrauensbasis: gegenüber den Datenquellen sowie auch unter den Vertragspartnern. Der Datenaustausch allein genügt nicht, es braucht zudem Aufarbeitung und Interpretation. Wir befinden uns an der Schnittstelle zwischen Datenwissenschaft und Fachexpertise. Hier bestehen oft Lücken, die bewusst zu schließen sind.

(c) Mario Gimpel

Christopher Rothschedl, Digital Lead – Engineering Southeast Europe & Nordics Keller Grundbau Ges.m.b.H.

Das zentrale Thema der Digitalisierung ist immer wieder, wie mit knappen Ressourcen und systematischer Datensammlung und -aufbereitung Systeme geschaffen werden können, die Nutzen in der Praxis stiften. Wenn ein Unternehmen es zulässt, dass die Ideen kreativer, oft auch jüngerer Menschen aufgegriffen und umgesetzt werden, können innovative Systeme entstehen, die nicht nur den Mitarbeitern dieser Unternehmen nutzen. Querdenken: Ja, bitte!

Daraus folgen wesentliche Impulse für die Zukunft, die näher zu erläutern wären, um sie allgemein verständlich zu machen. Da dies den Rahmen dieses Einseiters sprengen würde, empfehlen sich weiterführende Dokumente und persönliche Gespräche. Einige Impulse für die Zukunft in Stichworten lauten:

  • Mehr Inhalt als Verpackung bieten, wenn man von Digitalisierung spricht.
  • Transparenz und der intrinsische Wille zur Kollaboration, wenn man von Digitalisierung berichtet.
  • Die Angst, anderen hinterherzuhinken, ist ein ungeeigneter Antrieb für Innovation.
  • Wichtige Ziele und anfallende Nebenprodukte immer auseinanderhalten.
  • Es geht um bessere Prozesse und nicht um das papierlose Büro.
  • Die beiden bestimmenden Gedanken LEAN und DIGI immer integral, parallel präsent halten.
  • Digitale Initiativen breit aufstellen, miteinander verknüpfen, Inseln vermeiden: Plattformdenken.
  • Digitale Prozesse erfordern eine Denkweise, zu der wir auch erziehen und trainieren müssen.
  • Daten systematisieren und über Plattformen auch für Dritte nutzbar machen.
  • Beachten, dass wir noch auf viele Jahre in einer digitalen Übergangsphase leben werden.
  • Dennoch immer wieder im Jetzt funktionierende Lösungen bieten.
(c) compr

Ein abschließendes Beispiel: Der Erfinder des Rasenmähers konnte im frühen 19. Jahrhundert noch nicht wissen, welchen integralen Bestandteil seine Idee im modernen Leben unserer Gesellschaft haben wird. Können wir bei der Digitalisierung bereits erahnen, wozu sie uns befähigen wird?

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