Kärnten ist Holzland!

Kärnten ist Holzland!

Volker Bidmon

(c) Ludwig Siedler

Drauradweg, Landesgrenze zu Osttirol in Oberdrauburg.

(c) Ferdinand Neumüller

Im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser verzeichnet der Holzbau stetig wachsende Anteile.

Die Landesregierung Kärnten stellt den Bau- und Werkstoff Holz in seiner großen Vielfalt ins Zentrum mehrerer Initiativen. In den vergangenen Jahrzehnten gab es deutliche Entwicklungsschritte, die bauphysikalischen Eigenschaften von Holz wurden genutzt, um neue, ausgefeilte Technologien zu entwickeln. Hochhäuser aus Holz sind Realität geworden. An die 100 Meter und mehr wagen sich Holzkonstruktionen heran.

Einige Holzwerkstoffe haben das Bauen mit Holz erleichtert und auch wirtschaftlicher gemacht, wie z.B. OSB Platten (Oriented Strand Board), KVH (KonstruktionsVollHolz), BSH (BrettSchichtHolz) oder BSP (BrettSperrHolz). Gerade die Holzmassivbauweise mit BSP ermöglicht es, größere Wandlasten abzuleiten, Tragwerke durch Scheibenwirkung besser auszusteifen und obendrein den Brandverhütern die Sicherheit zu geben, dass im Brandfall große Tragwerksreserven vorhanden sind. Schließlich ist Holz der einzige belastbare Baustoff, der für den Brandfall berechenbar ist. Auch die Befestigungsmittel wurden weiterentwickelt und für den Statiker ergibt sich hier ein großes Einsatzgebiet.

Volker Bidmon

Volker Bidmon leitet seit 2007 die Straßenbauabteilung des Landes Kärnten.

(c) cetus-Baudevelopment-u-kito.at

Dank neuester technologischer Entwicklung wächst der Holzbau in die Höhe. Das HoHo Wien hat 24 Geschoße.

Die Holzbaubetriebe haben durch die Digitalisierung eine gewaltige Umstrukturierung mitgemacht: Exakte Arbeitsvorbereitung, virtuelle Modelle von Bauwerken, datengesteuerte maschinelle Fertigung, exakter Zuschnitt der Bauteile und hoher Vorfabrikationsgrad unter optimalen Bedingungen, die Ausführung von zuvor für unmöglich gehaltenen Freiformen als Beitrag zu innovativer Architektur. Am Sektor der Ein- und Zweifamilienhäuser konnte Holz Marktanteile bis zu 30 Prozent erreichen. Im Wohnbau wird es in Zukunft nicht darum gehen, viele Gebäude auf der „grünen Wiese“ zu errichten, sondern vor allem im städtischen Bereich Nachverdichtungen in Form von Aufstockungen und Zubauten vorzunehmen. Die Überbauung durch leistungsfähige Holztragwerke wird ein Thema der Zukunft.

Der Baustoff Holz ist vor allem im waldreichen Kärnten von großer wirtschaftlich Bedeutung, ca. 20 Prozent der Wirtschaftsleistung in Kärnten wird gesamtheitlich durch die Holzwirtschaft erbracht, tausende Arbeitsplätze werden geschaffen und gesichert.

Im Bereich von Brettsperrholz produziert Kärnten sogar ein Viertel der globalen Menge. Holz ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff und ein Paradebeispiel im Hinblick auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit, also ein idealer Werkstoff für viele Anwendungen.

Der Turm am Pyramidenkogel wurde ein neues Wahrzeichen für das Land. Viele Bauten im kommunalen Bereich (Schulen, Kindergärten, Internat Pitzelstätten etc.) wurden umgesetzt. Das Land Kärnten hat sich auch immer bemüht, im Bereich des Brückenbaus Akzente mit dem Baustoff Holz zu setzen.

Nach wie vor gibt es das Vorurteil, dass Holz-bauten teuer seien. Holzbauten sind nicht teurer als andere Bauten, aber sie haben darüber hinaus einen enormen Mehrwert. Holzbauten sind auch die Antwort auf den Klimawandel, wenn es darum geht, den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 einzudämmen.

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