Digitalisierung und industrielle Fertigung im Bauwesen

Digitalisierung und industrielle Fertigung im Bauwesen

Praxis-Forum am 24.10.2019

Karina Breitwieser & Wilhelm Reismann

Michael Reiter
Michael Reiter

Ziel der Veranstaltung war, den Stand der Technik auszuloten und Entwicklungen der Zukunft vorauszusehen.

Dabei wurden die verschiedenen Sparten des Bauwesens, Beton, Stahl, Holz oder andere, neue Werkstoffe betrachtet. Abhängig von der Art der Bauwerke unterscheiden sich die Prozesse und deren Veränderung zufolge der Digitalisierung. Bauvorbereitung und Logistik, Abwicklungs- und Vertragsmodelle werden betroffen sein.

Die Einladung setzte diese Prämissen: Die Digitalisierung wird im Bauwesen den Weg zu weitergehender industrieller Fertigung ebnen. Modulares Bauen gewinnt an Bedeutung. Vorfertigung und Bauen vor Ort verschieben ihre Grenzen. Zunehmend komplexe Elemente bedingen integrierte Planung und intelligente Logistik.

Nach einer Keynote von Günter Jösch, Geschäftsführer Bundesverband Bausysteme e.V., folgten kurze Beiträge der Initiatoren Herbert Dobernig (Unternehmensberater), Friedrich Prem (World Construction Client Council), Alfred Waschl (buildingSMART Austria) und eine hitzige Diskussion, geführt von Alfred Waschl und Wilhelm Reismann.

Zu Beginn der Diskussion wurden folgende Fragen in den Raum gestellt

  • Warum ist unsere Prozesskette auch heute noch so wenig industrialisiert?
  • Was kann die Digitalisierung dazu beitragen, unsere Prozesse besser, effizienter zu gestalten?
  • Welche Rolle spielt Vorfertigung heute? Welche Rolle wird/soll sie morgen spielen?
  • Welchen Nutzen erwarten wir und für wen? Effizienz? Flexibilität? Kostensenkung? Qualität?
  • Welche Voraussetzungen sind zu schaffen? Welche Rahmenbedingungen fehlen?
  • Welche Hemmnisse erkennen wir?
  • Wie können wir sie beseitigen?

In der Keynote ging es um serielle Fertigung, BIM und Robotik bei mobilen, modularen, vorgefertigten Gebäuden. In der Diskussion folgten oft kantige persönliche Statements, prägnante, auch kontroversielle Aussagen und eine Auflistung der Hemmnisse und Voraussetzungen.

(c) Michael Reiter

Das subjektive Resümee lautete

  1. Die Vorfertigung kommt mit der Digitalisierung und hilft bei Ressourcenknappheit.
  2. Wir sind bei Weiten noch nicht bereit, auch wenn es kühne Vorritte gibt.
  3. Wesentliche technische und rechtliche Voraussetzungen fehlen bei uns.
  4. Wissenschaft und Praxis, Lehre und Beruf müssen viel enger zusammengeführt werden.
  5. Die Vorfertigung ist Teil einer neuen, kommenden Bauwirtschaft und Planungskultur.
  6. Solche Veranstaltungen sind wichtig, wenn konkret, nicht im Überfluss und
    mit Nacharbeit.

Die Digitalisierung und die damit einhergehende Automatisierung werden zu einer Verlagerung vom heutigen „In-situ-Bauen“ zu immer weitergehender industrieller Fertigung führen.

Unserer Überzeugung im OIAV folgend, dass die Zukunft von den Jungen ausgeht, hat sich die Diskussion intensiv über die Generationen erstreckt, wie man auf den Fotos sieht.

Der Jugendverein „Zukunft bauen“ war stark vertreten und auch für die Dokumentation der Veranstaltung in Wort und Bild verantwortlich, gemeinsam mit Karina Breitwieser und den Moderatoren.

Daniel Balla, Dario Gaudart, Anna Heigl, Melanie Piskernik, Michael Reiter, Paul Schmidberger, Björn Silberbauer und Harald Urban brachten die Position der Jugend ein.