KI in Bildung & Arbeit: Zwischen Anwendung, Ausbildung und Verantwortung

13.05.2026

KI ist längst Teil des Alltags. Sie schreibt, analysiert, strukturiert, automatisiert und verändert damit auch die Anforderungen an Bildung und Arbeitswelt. Offen bleibt aber eine zentrale Frage: Welche Kompetenzen braucht es, damit Menschen KI nicht nur verwenden, sondern auch einordnen, prüfen und verantwortungsvoll einsetzen können?

Genau darum ging es am 12. Mai 2026 im ÖIAV bei der Veranstaltung „KI in Bildung & Arbeit“. Der Abend brachte Perspektiven aus Praxis, Bildung, Recht und Digitalisierung zusammen – vor Ort im Haus der Ingenieure in Wien und parallel in den ÖIAV-Regionalvereinen in Oberösterreich, Süd, West und Salzburg.

Die Veranstaltung war in drei Themenbereiche gegliedert: Grundlagen und rechtliche Rahmenbedingungen, KI in der Bildung sowie KI in der Arbeitswelt. Nach kurzen Impulsen folgte eine gemeinsame Podiumsdiskussion.

v.l.n.r.: Helmut Sidlo, Barbara Weißeisen-Halwax, Ulrike Domany-Funtan, Christiane Wendehorst,
Walter Haberfellner, Margit Mischkulnig, Gerald Goger und Gerald Bader.

Gerald Bader (Atos Austria) eröffnete mit einer Einordnung aktueller KI-Entwicklungen. Im Zentrum stand dabei der Wandel von generativer KI hin zu agentischen Systemen: KI wird nicht mehr nur als Werkzeug verstanden, das auf Eingaben reagiert, sondern zunehmend als System, das Aufgaben plant, koordiniert und ausführt.

Christiane Wendehorst (Universität Wien) zeigte anschließend, welche rechtlichen Fragen sich durch KI in Bildung und Arbeitswelt stellen. Dabei ging es unter anderem um Datenschutz, automatisierte Entscheidungen, den risikobasierten Ansatz der EU-KI-Verordnung und die Frage, welche Anwendungen in sensiblen Bereichen besonders genau betrachtet werden müssen.

Im Themenblock Bildung sprachen Corinna Engelhardt-Nowitzki (FH Joanneum) und Helmut Sidlo (HTL Donaustadt) darüber, wie KI bereits in Hochschulen und berufsbildenden Schulen angekommen ist. Deutlich wurde: KI-Kompetenz allein reicht nicht aus. Entscheidend bleibt fachliches Wissen, damit Ergebnisse verstanden, überprüft und sinnvoll eingesetzt werden können. Gleichzeitig verändert KI Lehre, Prüfungen, Curricula und die Rolle der Lehrenden.

Walter Haberfellner (Swietelsky AG) brachte die Perspektive der Arbeitswelt ein. In der Praxis wird KI bereits als Basis- und Hilfswerkzeug genutzt – etwa zur Unterstützung von Dokumentation, Wissensarbeit oder internen Prozessen. Zugleich wurde klar: Wer KI blind vertraut, schafft neue Risiken. Gefragt sind Mündigkeit, Übung, Domänenwissen und die Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion erweiterten Ulrike Domany-Funtan (fit4internet) und Margit Mischkulnig (Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur) den Blick auf digitale Kompetenzen, gesellschaftliche Teilhabe und institutionelle Rahmenbedingungen. Unter der Moderation von Gerald Bader wurde deutlich, dass KI nicht nur eine technische Frage ist, sondern auch eine Frage von Bildungsgerechtigkeit, Verantwortung und praktischer Umsetzung.

Ein roter Faden zog sich durch den Abend: KI verändert nicht nur Werkzeuge, sondern auch Anforderungen. Bildung und Arbeitswelt müssen daher stärker miteinander sprechen – über konkrete Anwendungen, über rechtliche und ethische Grenzen, über neue Kompetenzen und über die Frage, wie Menschen befähigt werden, mit KI souverän umzugehen.

Der ÖIAV dankt allen Vortragenden, Diskutierenden, Teilnehmenden und den Regionalvereinen für den gemeinsamen Abend und den standortübergreifenden Austausch.

Impressionen

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