Circular Economy als Geschäftsmodell
Ökologische Nachhaltigkeit kann auch ein Geschäftsmodell für ökonomische Nachhaltigkeit sein.
Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie Kreislaufwirtschaft zu einem tragfähigen wirtschaftlichen Prinzip werden kann – nicht als Ideal, sondern als unternehmerische Praxis.
Ökologie und Ökonomie zusammendenken
Gertrude Eder, Präsidentin des Austrian Senior Expert Pools, betonte in ihrer Einleitung, dass ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit zusammengehören. Kreislaufwirtschaft komme zunehmend im Alltag und in Standards an. Aus der Verbindung beider Aspekte entstehe wirtschaftliche Resilienz. Entscheidend sei Vernetzung und gegenseitiges Lernen.
Auch Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hob in Ihrer Videobotschaft hervor: Kreislaufwirtschaft ist Resilienz und Wettbewerbsvorteil. Neue Wege zu gehen, sei Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften.
Verantwortung als unternehmerische Haltung
Hans Roth, Gründer von Saubermacher, sprach über Verantwortung und unternehmerisches Denken. 1979 mit drei Personen gestartet, ist das Unternehmen heute in acht Ländern tätig, betreibt 70 Anlagen, setzt 900 Spezialfahrzeuge ein und verwaltet rund 525.000 Behälter.
Das Ziel lautet „Zero Abfall“, auch wenn es praktisch noch nicht vollständig erreichbar ist. Seit den 1980er-Jahren wurden kontinuierlich Systeme weiterentwickelt – vom 3-Tonnen-System bis zu internationalen PPP-Modellen in der Abfallwirtschaft.
Aktuelle Projekte reichen von Gips-zu-Gips-Recycling über Autobatterie-Recycling und Kühlschrank-Refurbishment bis zu Second-Life-Lösungen für E-Bike-Akkus. Digitalisierung – etwa bei der Sortierung – spielt dabei eine zentrale Rolle.
Bis 2030 sollen für Kundinnen und Kunden eine Million Tonnen CO₂ eingespart werden. Perspektivisch werden selbstfahrende LKWs und robotergestützte Sortierung als nächste Entwicklungsschritte gesehen.
v.l.n.r.: Georg Grassl, Michaela Hermann, Markus Bauer, Hannah Wundsam, Hans Roth & Gertrude Eder
Diskussion: Notwendigkeit oder Option?
In der Diskussionsrunde mit Hans Roth, Hannah Wundsam (Austrian Startups), Markus Bauer (circulizer GmbH), Georg Grassl (Verpackungs- und Innovationsspezialist) und Gertrude Eder wurde deutlich: Kreislaufwirtschaft ist längst ein wirtschaftlicher Faktor.
Mehr als die Hälfte der rund 3.800 österreichischen Startups sind Green oder Social Startups. Gleichzeitig zeigt sich, dass wirtschaftliche Umsetzbarkeit – insbesondere bei günstigen Materialien wie Kunststoffen – eine zentrale Herausforderung bleibt.
Regularien beschleunigen Innovation, auch wenn Umsetzung und Kontrolle teilweise ausbaufähig sind. Europa verfügt über starke Strategien, steht jedoch unter wachsendem Wettbewerbsdruck.
Ausblick
Kreislaufwirtschaft wurde als strukturelle Notwendigkeit beschrieben – nicht als Zusatz, sondern als Querschnittsthema. Forschungspotenzial ist vorhanden, entscheidend ist die Umsetzung in marktfähige Anwendungen.
Das Fazit des Abends: Ökonomie und Ökologie lassen sich verbinden. Dafür braucht es unternehmerische Verantwortung, klare Rahmenbedingungen und konkrete Schritte – auch im Kleinen.





























