Winkelstützwände: Der Anschlussknoten als kritischer Punkt

Zur konstruktiven Ausarmierung des Anschlusses von Wandschenkel und Gründungsplatte

Lesedauer: 2 Minuten

Text: DI Dr. Kurt Danzl (Originalarbeit) und ÖIAV Redaktion (Artikel)

Die Winkelstützwand stellt eine Sonderform des Biegeträgers dar. In der vorliegenden Arbeit von Kurt Danzl werden Hinweise zur konstruktiven Ausarmierung des Anschlussbereichs zwischen aufgehenden Wandschenkel und Gründungsplatte sowie dazugehörige Bemessungsüberlegungen behandelt. Im Fokus steht jener Rahmenknoten, dessen Versagen bei Winkelstützwänden zum vollständigen Tragwerksversagen führen kann.

Winkelstützwand als Sonderform des Biegeträgers mit markiertem Anschlussknoten
Bewehrungsregeln für Winkelstützwände mit und ohne schräge Zulagen

Ausgehend von den normativ geregelten Grundlagen wird ergänzend auf weiterführende Fachliteratur verwiesen. Im Unterschied zu mehrstieligen Rahmenkonstruktionen besteht bei Winkelstützwänden keine baustatische Redundanz: Das Versagen des betrachteten Knotens führt zwangsläufig zum Versagen des gesamten Bauwerks.

Vor diesem Hintergrund wird der im Standardwerk von Leonhardt favorisierte, rissmindernde Konstruktionsvorschlag mit schrägen Zulagen behandelt. Diese wirken nicht nur rissmindernd, sondern sind mit einer Abhängung der Querkraft verbunden, indem Kräfte aus dem Anschlussbereich in den Wandschenkel und weiter in die Gründungsplatte geleitet werden. Die Arbeit beschreibt dazu die maßgeblichen Bemessungsquerschnitte sowie die konstruktive Einbindung der Bewehrung.

Ausarmierte Einbindung des aufgehenden Wandschenkels in die Gründungsplatte

Auf der sicheren Seite liegend wird der Bemessungsnachweis des aufgehenden Wandschenkels nicht nur in der Arbeitsfuge, sondern auch in der Ebene der Plattenmittelfläche geführt. Dabei wird ein Querschnitts-Anzug berücksichtigt und eine Reduktion der Bemessungsquerkräfte infolge der schrägen Zulagen beschrieben.

Ergänzend werden Hinweise zur Verankerung der Wandanschlussarmierung, zu erforderlichen Biegerollendurchmessern sowie zu konstruktiven Splintbewehrungen gegeben. Neben den üblichen Lastfällen werden auch Bauzustände und außergewöhnliche Einwirkungen wie Fahrzeuganprall berücksichtigt.

Zusammenfassend zeigt die Arbeit, dass der Anschluss des aufgehenden Wandschenkels an die Gründungsplatte eine zentrale konstruktive und bemessungsrelevante Rolle spielt. Durch die zusätzliche Betrachtung maßgeblicher Bemessungsquerschnitte sowie den gezielten Einsatz schräger Zulagen lassen sich Beanspruchungen im Anschlussbereich differenzierter erfassen. Die dargestellten Hinweise zielen darauf ab, die konstruktive Durchbildung dieses Knotens im Einklang mit den normativen Grundlagen und der Fachliteratur sicher und nachvollziehbar auszuführen.

Die vollständige Arbeit „Winkelstützwände – Ausführungsvorschlag auf Basis von ÖNORM B 1992-1-1, ON EN 1992-1-1, Eurocode 2 und weiterführender Fachliteratur“ von K. W. Danzl (2021) steht hier zum Download bereit.