Wie können wir Hoffnung bauen? Markus Zilker im ÖIAV

10.12.2025

Am 4. Dezember war Markus Zilker von einszueins architektur im Rahmen der Reihe „Zukunft Bauen“ im ÖIAV zu Gast. Sein Vortrag stellte eine einfache, aber weitreichende Frage ins Zentrum: Wie können wir Hoffnung bauen?

Ausgehend von gemeinschaftsorientierten Projekten wie dem Wohnprojekt Wien oder der HausWirtschaft zeigte er, was entsteht, wenn Architektur soziale, ökologische und ökonomische Aspekte zusammendenkt. Die Beispiele ließen eine Haltung erkennen, die nicht bei der Form beginnt, sondern bei den Menschen, die Räume nutzen – vom Café als Begegnungsraum bis zu gemeinschaftlich getragenen Arbeits- und Wohnstrukturen.

Ein wiederkehrendes Thema war die Partizipation. Zilker machte deutlich, dass aktive Mitgestaltung kein Zusatz ist, sondern Grundlage funktionierender gemeinschaftlicher Architektur. Die Folien zu Vision, Organisation und Prozessbildern zeigten, wie solche Projekte getragen werden: durch Workshops, Arbeitsgruppen und kontinuierliche Abstimmung mit den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern.

Daneben rückte er die ökologische Dimension in den Vordergrund: Holz- und Lehmkonstruktionen, geringe graue Energie, Bauteile mit niedriger CO2-Bilanz. Die Darstellung der Emissionen aus dem Global Status Report und die Aufschlüsselung konstruktiver und betrieblicher Emissionen machten sichtbar, wie groß der Hebel des Bauens tatsächlich ist – und wie dringend Transformation nötig wird.

Mit Projekten wie Vis-à-Vis, Wiener Luft oder der Auenweide zeigte er unterschiedliche Wege, innerhalb planetarer Grenzen zu bauen – sozial eingebettet, materialbewusst und zukunftsfähig. Die wiederkehrende Leitlinie ließ sich in drei Worten zusammenfassen: beautiful – sustainable – together.

Zum Schluss formulierte Zilker eine Vision, die den Abend bündelte: Lebensräume schaffen, die Klima schützen, Ressourcen schonen und Lebendigkeit fördern. Architektur wird so zur gemeinsamen Aufgabe – und zur Antwort auf die eingangs gestellte Frage, wie Hoffnung gebaut werden kann.