Junge Hydrologie im Rampenlicht: Kresser-Preis 2025 verliehen

07.11.2025

Im Rahmen der Generalversammlung der Österreichischen Gesellschaft für Hydrologie (ÖGH) wurde am 5. November 2025 erneut der Werner-Kresser-Preis vergeben – eine Auszeichnung für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Hydrologie und Wasserwirtschaft.

Drei junge Forschende präsentierten ihre Projekte vor einem interessierten Fachpublikum und zeigten eindrucksvoll, wie vielseitig und gesellschaftsrelevant die Hydrologie heute ist.

v.l.n.r: Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Dr.h.c.mult. Günter Blöschl (ÖGH), Ing.Civ. Diego Alberto Hernández Neira (2. Preis),
Dipl.-Ing.in Hanna Zeitfogel (1. Preis), Dipl.-Ing. Gabriel Stecher (3. Preis) und Dipl.-Ing. Dr.techn. Gerald GOGER (ÖIAV)

1. Platz: Hanna Zeitfogel

„Raum-zeitliche Entwicklung der Grundwasserneubildungsraten in Österreich“

Mit Hilfe eines hochaufgelösten hydrologischen Modells analysiert die Arbeit die aktuelle und zukünftige Grundwasserneubildung in Österreich. Auf Basis umfangreicher Klimaszenarien (ÖKS15) werden regionale Unterschiede aufgezeigt – mit konkreten Aussagen zur saisonalen Verlagerung und möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserbilanz.

2. Platz: Diego Alberto Hernández Neira

„The effects of large-scale atmospheric blocking on flood discharge in Europe over the last 60 years“

Atmosphärische Blockierungsphänomene – sogenannte „Wetterstaus“ – beeinflussen Extremniederschläge und damit Hochwasserereignisse in Europa. Hernandez zeigt anhand von Daten aus über 6000 Flussgebieten, wie sich diese großskaligen Muster auf die saisonale Hochwasserdynamik auswirken – ein wichtiger Beitrag zur besseren Vorhersagbarkeit.

3. Platz: Gabriel Stecher

„Hochwasserretention in anthropogen beeinflussten Einzugsgebieten – Auswirkungen der Wasserkraftspeicher auf Hochwasserabflüsse“

Am Beispiel mehrerer österreichischer Flusssysteme untersucht die Arbeit, wie stark Speicher- und Staukraftwerke zur Hochwasserreduktion beitragen können – abhängig von Standort, Steuerung und Einzugsgebiet. Die Studie liefert quantitative Einblicke in das Retentionspotenzial technischer Infrastruktur und deren Rolle im Hochwasserrisikomanagement.

Würdigung

Der Werner-Kresser-Preis wird jährlich von der Österreichischen Gesellschaft für Hydrologie (ÖGH) gemeinsam mit dem Österreichischen Ingenieur- und Architektenverein (ÖIAV) vergeben. Er würdigt Arbeiten, die – im Geiste des Namensgebers – hydrologisches Fachwissen mit Weitblick, Verantwortung und gesellschaftlicher Relevanz verbinden.

Wir gratulieren den Preisträger:innen herzlich und danken allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung!